Die Trockenheit hält an, das macht die Aussaat der Herbstkulturen anspruchsvoll. Weil es so trocken ist müsste man die Saat eigentlich angiessen. Aber giessen ist bei einem chäferfüdlitrockenen Boden heikel. Allzuoft wird das Saatgut dabei nämlich abgeschwemmt und keimt dann, wenn überhaupt, an einem ganz anderen Ort als vorgesehen. Das gilt speziell für sehr feines Saatgut oder das Saatgut von Lichtkeimern (wie Salat), welches nur wenig mit Erde bedeckt wird. Es ist aber auch ein grundsätzliches Problem bei der Saat im geneigten Gelände. Sobald das Gelände mehr als zwei Prozent Gefälle hat kann es sein, dass der Samen mit dem Giesswasser davon schwimmt.

Man kann diese Gefahr bannen wenn man den Boden einen Tag VOR der Aussaat tränkt, also mindestens 20 Liter (= 2 Spritzkannen) pro Quadratmeter ausbringt. Am Tag danach drückt man dann die Saatrinnen gut an, sät und drückt den Samen an bevor man ihn mit Erde zudeckt. Die schmale Seite eines Brettes ist für diese Drückerei besonders gut geeignet. Wenn es danach immer noch nicht regnet giesst man frühestens zwei Tage nach der Aussaat das erste Mal. In dieser Zeit sollte der Samen schon ein wenig Fuss gefasst haben. Es ist trotzdem besser auch jetzt noch nicht direkt in die Saatrinne zu giessen (wegen der Abschwemmungsgefahr) sondern möglichst daneben. Wenn der Boden NEBEN der Saatrinne mit trockenem Mulchmaterial bedeckt ist verdunstet das Wasser auch nicht so schnell. Das Mulchmaterial sollte dabei unbedingt trocken sein. Frisches Mulchmaterial wie Rasenschnitt zersetzt sich und beim Zersetzungsprozess werden Säuren frei die die Keimung hemmen.

Noch besser ist es natürlich das Giessen Petrus zu überlassen und zwei Tage vor dem nächsten grösseren Niederschlag zu säen. Aber auf ihn kann man derzeit lange warten…

Wenigstens keimt die Saat bei den warmen Temperaturen sehr schnell

Wenigstens keimt die Saat bei den warmen Temperaturen sehr schnell